Hagebutte
Hagebutten, auch Wildrosen genannt, zieren mit ihren großen purpurroten, rosa bis weißen Blüten und später rot leuchtenden Hagebutten Feldraine, Weg- und Waldränder, aber auch Hänge, Hügel oder Dünen. Bis auf ihre Vorliebe für Sonne sind sie anspruchslos und gedeihen auch auf kargem oder sandigem Boden prächtig.
Beschreibung: Die Rosensträucher wachsen in bis zu 2 m hohen Hecken oder breiten sich flächig aus. An den stachligen Enden der Triebe entwickeln sich gefiederte, sattgrüne Blätter. Dort erscheinen die Tellerblüten mit jeweils fünf Blütenblättern. Später entwickeln sich hieraus die runden oder oval-länglichen orangeroten Früchte, die ebenfalls essbar sind.
Sammelgut und -zeit: Die Blüten können von Mai bis Oktober gepflückt werden. Die Hagebutten werden von August bis Dezember geerntet. Dabei bestimmt man den geeigneten Reifegrad durch einen Drucktest: nicht komplett hart, aber auch nicht zu weich. Blüten und Früchte entwickeln sich gelegentlich gleichzeitig.
Verwendung: Mit den intensiv duftenden Blüten lassen sich Gelees, Salate und feine Suppen aromatisieren. Das Fruchtfleisch der Hagebutten muss sorgfältig von Kernen und Härchen befreit werden und wird zu Aufstrichen oder getrocknet zu Tees verarbeitet. Hagebutten ergänzen mit ihrem süß-säuerlichen Aroma auch hervorragend herzhafte Gerichte.
Gesundheitlicher Wert: Mit ihrem äußerst hohen Vitamin C-Gehalt und den Vitaminen A, B1 und B2 helfen Hagebutten ausgezeichnet bei Erschöpfung und beugen Erkältungen vor. Ihr Vitamin C bleibt zu fast 100% selbst in gekochten Gerichten erhalten. Darüber hinaus verbessern sie die Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff.
Hirtentäschel
Hirtentäschelkraut wirkt zart und zerbrechlich, behauptet sich aber ausgezeichnet neben den kräftigeren Wildkräutern in seiner Nachbarschaft. Auf nährstoffreichen Äckern, Wiesen und Weiden, an Gräben und Böschungen, also überall dort, wo Menschen den Boden einmal bearbeitet haben, ist es oft zu finden. Seine taschenförmigen Samen, die ihm den Namen gaben, sind unverwechselbar.
Beschreibung: Aus der Rosette der schmalen, gezähnten Grundblätter erhebt sich der zarte Stängel mit winzig-kleinen weißen Blüten. Diese stehen in einer Art Dolde zusammen. Die Wuchshöhe variiert zwischen 2 bis 60 cm. Es findet sich von der Tiefebene bis ins Gebirge.
Sammelgut und -zeit: Das blühende Kraut kann zwischen Juni und August komplett gesammelt werden. Die Samen können von März bis November „geerntet“ werden. Bei günstiger Witterung blüht das Hirtentäschelkraut das ganze Jahr hindurch.
Verwendung: Schon Hippokrates und auch die nordamerikanischen Indianer verwendeten das Kraut als Heilpflanze. Als Medizin (Tee oder Tinktur) wird die getrocknete, zur Blütezeit gesammelte Pflanze bei äußeren oder inneren Blutungen angewendet. In der Küche können die »Täschel« für kalte und warme Gerichte eingesetzt werden. Mit ihrem leicht scharfen Geschmack peppen sie diese interessant auf.
Gesundheitlicher Wert: Das seltene Cholin im Hirtentäschel wirkt positiv auf die vegetativen Funktionen des Organismus, d.h. Atmung, Herzschlag, Blutdruck wie auch auf Leber und Stoffwechsel ein. Die Gedächtnisleistung soll es ebenfalls verbessern. Sein Kalium liefert Energie, sein Quercetin kann ähnlich wie Vitamin A die Reaktivität freier Radikalen herabsetzen.