Kamille
Kamille mit ihren goldgelben Blüten und weißen Strahlenblättern wurde von Ägyptern und Germanen als perfektes Abbild des Sonnengottes verehrt. Nicht nur ihre Erscheinung sondern auch ihre Heilkraft fand seit jeher Beachtung. Sie wächst auf Äckern, auf Brachland, an Wegen und vor allem am Rand von Getreidefeldern.
Beschreibung: In der Wuchshöhe zwischen 15 und 50 cm variierend, ist der Stängel im oberen Bereich stark verzweigt mit wechselständigen zarten, gefiederten schmalen Blättchen. Die Blüten wachsen einzeln oder in Paaren in den Blattachseln. Die echte Kamille erkennt man an dem kegelförmigen, innen hohlen Blütenboden sowie an ihrem angenehmen Duft.
Sammelgut und -zeit: Die Blüten sammelt man von Mai bis September, am besten wenn zwei Drittel der Blüten der einzelnen Pflanze aufgeblüht sind. Auch die Blätter können geerntet werden. Bei Regen oder abends schließen sich die Blüten. Verwechselbar ist die Echte Kamille mit der leicht giftigen Hundskamille. Sie riecht allerdings unangenehm. Das Innere ihrer Blüte ist gefüllt und eher flach.
Verwendung: Kamille ist die wohl bekannteste Heilpflanze, in äußerlicher und innerer Anwendung. Sie kann mit ihrem Duft und Geschmack aber auch Smoothies, Salate, herzhafte Gerichte und süße Desserts bereichern. Außerdem lassen sich Speisen mit ihr dekorieren.
Gesundheitlicher Wert: Ihre ätherischen Öle, Cumarine, Quercetin und Schleimstoffe wirken antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzstillend, heilend und beruhigend auf den Verdauungstrakt ein – eine Alleskönnerin also, die auch in der modernen Medizin sanfte Hilfe leistet. Bei empfindlichen Menschen kann sie schwach allergisch wirken.
Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse präsentiert sich grazil wie eine spanische Tänzerin und umrankt Zäune und Bäume oder wächst buschartig an Böschungen. Sie liebt sonnige Standorte mit lockerem, nährstoffreichem und leicht feuchtem Boden. Aber auch schattige Plätze verschönt sie mit ihren dekorativen Blüten in leuchtendem Rot, Orange oder Gelb.
Beschreibung: Die Blüte mit Häubchen und Sporn ähnelt der Kopfbedeckung von Kapuzinermönchen – daher ihr Name. Fast tellerrunde Blätter wachsen wechselständig an den Ranken und bilden ein kompaktes Dach. Charakteristisch ist auch die Blattoberfläche, auf der Regentropfen abperlen.
Sammelgut und -zeit: Zwischen Mai und Oktober sammelt man die grünen, fast runden Blätter und die dekorativen Blüten, danach die noch grünen Kapselfrüchte. Die Farbe der Blüten variiert zwischen gelb, orange oder rot. Die grünen Blätter können vom Frühjahr bis in den späten Herbst gepflückt werden. Wenn man Blüten oder die grünen Blätter abschneidet, duften sie intensiv frisch-kräutrig.
Verwendung: »Kresse« bedeutet scharf, pfeffrig. Die Blüten und grünen Blätter würzen ähnlich der Gartenkresse kalte und warme Speisen. Sie werden erst am Ende der Garzeit hinzugefügt. Die Kapselfrüchte kann man wie Kapern süßsauer einlegen.
Gesundheitlicher Wert: Mit ihrem reichen Gehalt an Senfölglykosiden, die antibiotisch wirken, unterstützt die Kapuzinerkresse den menschlichen Organismus in der Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen. Ihr Vitamin C stärkt das Immunsystem und sie kann gegen Husten und Bronchitis eingesetzt werden, da sie schleimlösend wirkt.