Löwenzahn
Löwenzahn lockt mit seinen Teppichen aus unübersehbar leuchtend gelben Blüten im Frühjahr Bienen und Hummeln zur Ernte herbei. Üppig breitet sich diese im Norddeutschen deshalb auch »Lichtbloom« genannte Wildpflanze in Kolonien auf Wiesen, Koppeln sowie an Feldrainen aus.
Beschreibung: Je nach Standort erreicht der Löwenzahn eine Höhe von 10 bis 30 cm. Seine grob gesägten Blätter, den Reißzähnen eines Löwen ähnelnd, entspringen nah am Boden in einer dichten Rosette. Ende Mai entwickelt sich der weiße Flugapparat mit zahllosen Samen als kleine »Fallschirmchen«, die vom Wind weit in die Landschaft getragen werden.
Sammelgut und -zeit: Blütenknospen, Blüten und zarte grüne Blattrosetten werden im April und Mai gesammelt, kräftigere gezähnte Blätter und die Wurzeln bis in den späten Herbst. Auch sein Verwandter aus der großen Löwenzahnfamilie, der Herbst-Löwenzahn ist essbar. Er ist erkennbar an den schmaleren, stärker gezähnten Blättern und blüht zwischen Juli und September.
Verwendung: Der Löwenzahn lässt sich beinahe komplett verwerten. Im Frühlingssalat schmecken die Blattrosetten oder jungen Blätter. Die Knospen können zu Kapern eingelegt werden, aus den Blüten bereitet man Gelee mit leicht herbem Geschmack. Seine kräftigen frisch-grünen Blätter würzen Gemüsegerichte.
Gesundheitlicher Wert: Der kräftige, leicht bittere Geschmack der grünen Blätter mit nussiger Note wirkt anregend auf die Verdauung und harntreibend. Gleichzeitig unterstützt der hohe Gehalt an Kalium und Vitamin C eine geregelte Tätigkeit von Herz und Muskeln. Sein Cholin und Inulin können Gallenbeschwerden und Diabetes positiv beeinflussen.
Mädesüß
Mädesüß lockt mit seinem betörenden Duft nach Honig, Vanille und Mandeln im Sommer jeden, der entlang Bächen, Gräben, im Moor oder an feuchten Wiesen unterwegs ist, zum Nähertreten, Schauen, Mitnehmen. Im Volksmund wird es deshalb auch »Wiesenkönigin« genannt.
Beschreibung: Auch durch seine stattliche Wuchshöhe von bis zu 120 cm hat das Mädesüß eine markante Erscheinung. An seinen kräftigen, runden, rot überlaufenen Stängeln sitzen dunkelgrüne, deutlich gefiederte Blätter. Diese tragen an der Unterseite einen weißlichen Flaum und duften beim Zerreiben intensiv herb-aromatisch. Die winzigen cremefarbenen Blüten gruppieren sich zu duftigen Dolden.
Sammelgut und -zeit: Seine grünen Blätter sammelt man von März bis September, die sehr aromatischen Blüten des Mädesüß von Mai bis August. Auch die Wurzeln lassen sich für medizinische Tees im Frühling oder Herbst ernten.
Verwendung: Diese vielseitige Pflanze kannten bereits die Kelten und setzten sie als Heilmittel wärmend, fiebersenkend und schmerzlindernd ein. Heute verfeinern die duftenden Blüten Wein oder Sekt. In Kombination mit Zitronensaft lässt sich Mädesüß auch als Erfrischungsgetränk oder mit Honig als Brotaufstrich zubereiten. Süße und herzhaften, kalten oder warmen Speisen verfeinert es durch seinen vanilleartigen Geschmack.
Gesundheitlicher Wert: »Spirea« nannte man dieses Kraut früher, Namensgeberin des Aspirins. Es lindert mit einer Kombination von ätherischen Ölen, Flavonglycosiden und Gerbstoffen Kopf- und Nervenschmerzen, wirkt entzündungshemmend, fiebersenkend und entgiftend. Bei einer Allergie gegen Aspirin sollte Mädesüß nicht verwendet werden!